Viele warten geduldig auf ein Brot

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05.06.07
Viele warten geduldig auf ein Brot

Von: Till Frommann - Allgemeine Zeitung

Freie Christengemeinde "Die Brücke" erreicht mit ihrer Aktion Menschen in Armut

Die Brotspendenaktion "Von Mensch zu Mensch" erreicht jene, die den Cent nicht nur einmal in der Tasche umdrehen müssen. Die Freie Christengemeinde erreicht in der Rüdesheimer Straße wirklich Bedürftige.

Eine Mutter hat sich in die Schlange der Wartenden eingereiht, im Arm ihr kleines Kind. Die Frau erklärt, dass sie jede Woche zwei Mal die Brotspendeaktionen der Freien Christengemeinde „Die Brücke“ wahrnehme.
Willkommen in Deutschland, willkommen in einer Welt, die viele gerne ausklammern und aus ihrem Blickfeld rücken wollen würden – nämlich die Welt der Menschen, die kaum Geld zur Verfügung haben, um sich ihr Leben zu finanzieren. Die Brotspendenaktionen unter dem Motto „Von Mensch zu Mensch“ helfen diesen Bedürftigen.

Vor dem Laden in der Rüdesheimer Straße stehen mitunter über achtzig Menschen, die nach und nach hineingelassen werden und sich Brot vom Vortag abholen. Die Verteilaktion beginnt zwar immer erst um 10 Uhr, doch bereits bis zu zwei Stunden vorher stehen Menschen vor dem Gebäude – es ist zusätzlich dazu nämlich ein Treffpunkt für sie.

Wohlgeordnet betreten der Reihe nach etwa fünf Wartende den Raum. Dafür sorgt Mario Zutter.
Er steht am Eingang, begrüßt die Menschen und achtet darauf, dass es vor dem Tresen und in dem Laden nnicht zu voll wird, an dem die Brote verteilt werden. "Ich helfe gerne", sagt er, da er wisse, wie schlecht es den Betroffenen oftmals gehe, weil er selbst über viele Jahre lang obdachlos gewesen sei.
"Die Nachfrage nach dem Brot ist riesig, oft ist sie größer als unser Angebot", gibt Zutter zu bedenken. Die meisten, die zu den Spendenaktionen kommen, kenne er, das seien "wirklich Bedürftige".

Insgesamt sind es etwa zwanzig Helfer für die Aktion "Von Mensch zu Mensch". An vier Tagen in der Woche arbeiten jeweils maximal drei bis vier Ehrenamtliche mit.
Seit Februar 2006 gibt es diese Spendenaktionen, berichtet Maike Schütz, die Organisatorin. Über "Mund-zu-Mund-Propaganda" hätte sich das Angebot herumgesprochen. "Mit diesem Erfolg haben wir überhaupt nicht gerechnet", gibt sie zu.

Die Mutter, die ihr Kind im Arm trägt, ist nun an der Reihe – es hat sich gelohnt, so lange zu warten. Die Helferin Monika Krück steht hinter dem Tresen und reicht dem Kind ein Croissant. "Was kann ich Ihnen anbieten?" fragt sie die Frau. "Einen Kuchen? Brötchen?"
Ja, die Spendenaktion ist ein voller Erfolg, viele Wartende stehen noch immer geduldig vor dem Laden. Viele sind es, die diese Hilfe benötigen, und viele sind dankbar dafür.


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