Gedanken zur Fastenzeit

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25.02.09
Gedanken zur Fastenzeit

Von: Roland Mörtzschke - FCG Die Brücke

Gedanken zur vorösterlichen Fastenzeit von Pastor Roland Mörtzschke

Die vorösterliche Fastenzeit der christlichen Kirchen dienst auch der Erinnerung an das vierzigtägige Fasten Jesu. Bevor er seinen öffentlichen Dienst begann, zog er sich in die Wüste zurück und fastete. Am Ende wurde er versucht. Er entschied sich, seine Stellung als Sohn Gottes nicht dazu zu benutzen, sich selber zu helfen. Er wollte auch keine Berühmtheit durch Wunder und vor allem war er bereit, den Weg des Leidens und Sterbens zu gehen. Jesus kam aus der Fastenzeit gestärkt zurück und begann seinen Dienst mit göttlicher Autorität. So können auch diese Wochen vor Ostern uns dazu helfen, unser Leben zu überdenken, von Oberflächlichkeit zu Tiefgang zu gelangen, vom Vordergründigen zum Wesentlichen vorzudringen, zu erkennen, worauf es ankommt.

Dazu ist Fasten eine gute Hilfe. Es bedeutet nicht hungern, sondern verzichten. Wir lassen gewohntes los, essen einzelne Tage gar nichts oder verzichten auf Mahlzeiten oder bestimmte Speisen und Getränke. Um das Essen dreht sich viel: einkaufen, vorbereiten, den Tisch schön decken, Essen als Gemeinschaft erfahren, genießen, abspülen, aufräumen.

Wir können auch die Entscheidung treffen, nicht bei allem dabei sein zu müssen und auch einen vermeintlichen Genuss zu verpassen. Das Leben kann man verlangsamen und Stress abbauen, indem man seine privaten Termine reduziert. Stattdessen sucht man bewusst die Stille z.B. bei einem Spaziergang, beim Lesen, in einer Kapelle. Vielleicht kostet es manchmal schon Überwindung, nur einmal am Tag seine private Mailbox zu öffnen und am Sonntag den Computer ganz abgeschaltet zu lassen. Das sind nur beispielhafte Vorschläge für Enthaltsamkeit.

Aber Fastenzeit bedeutet nicht nur Verzicht und Einschränkung, das wäre wirklich nur eine halbe Sache. Fasten bedeutet, sich auf Bewährtes zu besinnen, eine positive Kehrtwendung zuzulassen, sein Leben mit Werten zu füllen, neue Perspektiven zu gewinnen.

Jesus bestand die Versuchungen am Ende seiner Fastenzeit, indem er ihnen mit dem Wort Gottes begegenete. Wie wäre es, wenn wir in unserer pluralistischen Gesellschaft, in der der Werteverfall so vehement beklagt wird, für uns selbst doch wieder zu Werten zu finden?

Ich weiß, Gottes Wort zu lesen, fällt schwer. Es ist nicht so einfach zu verstehen. Aber mit einem Gottesdienstbesuch können wir unserem Schöpfer Gelegenheit geben, zu uns zu reden. Oder Sie besorgen sich eine Bibelübersetzung in moderner Sprache und fangen an, die Geschichten von Jesus in den Evangelien zu lesen. Ihr Leben könnte in dieser Fastenzeit positiv verändert werden!


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